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Überwachung, Datenschutz und Spam: ICQ-Logo, durchgestrichen

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Antwort
Alt 17.06.2005, 12:45   #1
onkel_frog
 
ICQ-Logo, durchgestrichen - Standard

ICQ-Logo, durchgestrichen



Inhalt

* Einführung
* Die Nutzungsbedingung
* Rechtliche Grundlage?
* Mögliche Szenarien
* Alternativen
* Jabber
* Fazit
* Referenzen

Einführung

Es war eines schönen Tages, da ich mir gesagt hab: Mensch, heute ist ein so schöner Tag, da beschäftigst Du Dich mal nicht mit gläsernen Bankkonten und Diskussionen über den 'Überwachungsstaat Deutschland' oder anderen Problemen, die die Welt bewegen, sondern setzt Dich hin und genießt den Tag. Es wäre auch fast gut gegangen, bis mir dann einfiel, dass ich da noch gestern Nacht [was eigentlich irgendwann morgens früh zwischen 5 und 7 Uhr war] einen Link bekommen hatte, den ich mir später noch näher ansehen wollte, da ich mir zu dem Zeitpunkt kurz vor dem Schlafen gehen nichts mehr zu Gemüte führen wollte. Damit war der schöne Tag dann auch vorbei.
Die Nutzungsbedingung

Die Seite [1] nämlich befasste sich relativ kurz und knapp mit einem neuen Absatz, den ICQ Inc. [2] neu in seine Terms of Service [3] hinzugefügt hat. Im siebten Absatz des Unterpunktes Acceptable Use Policy [4] nämlich heißt es:

You agree that by posting any material or information anywhere on the ICQ Services and Information you surrender your copyright and any other proprietary right in the posted material or information. You further agree that ICQ Inc. is entitled to use at its own discretion any of the posted material or information in any manner it deems fit, including, but not limited to, publishing the material or distributing it.

Für den einen oder anderen ist dies sicherlich ein wenig sehr viel Englisch auf einmal, gerade da es sich auch noch um einen juristischen Text in der Fachsprache handelt. Daher möchte ich ihn hier möglichst wörtlich, aber vor allem sinngemäß übersetzten [Achtung: Ich gebe keine Garantie auf die Richtigkeit dieser Übersetzung und übernehme keine Haftung für eventuelle Schäden, die durch diese entstehen könnten! Dies ist keine rechtskräftige Übersetzung!]:

Sie erklären sich damit einverstanden, dass sie beim senden von jeglichem Material oder Informationen über irgendeinen der ICQ Dienstleistungen das Urheberrecht sowie jegliche weiteren eigenen Rechte an dem gesendeten Material oder der gesendeten Informationen abtreten. Sie stimmen weiterhin zu, das die ICQ Inc. bemächtigt ist, gesendetes Material und gesendete Informationen nach eigenem Ermessen auf die Arten zu nutzen, die sie als angemessen erachtet, einschließlich dem Veröffentlichen oder Verteilen des Materials.

Ich denke mal, spätestens jetzt werden die ersten anfangen zu schlucken. Für alle die, die es nicht tun: Was bedeutet das jetzt?

In erster Linie bedeutet das, dass auf den Servern von ICQ Inc. Programme laufen müssen, die meine gesamten Gespräche über ICQ aufzeichnen. Anders können sie ja nichts anfangen, mit dem Recht, dass sie sich dort herausnehmen, denn was nützt ihnen ein Recht auf etwas, dass sie nicht haben? Sie haben also Aufzeichnungen aller Gespräche und dazu noch jedwede Rechte an diesen. Sie dürfen sie lesen, veröffentlichen, verkaufen, oder patentieren.
Rechtliche Grundlage?

Jetzt wird der ein oder andere denkende Mensch das sicherlich in Frage stellen und sagen, dass dies rechtlich unmöglich sei, da dies ja einem Lauschangriff gleichen würde, gegen die Privatsphäre verstößt und unter Betriebsspionage fallen würde. Nach deutschem Recht also alles strafbar. Aber diesen Leuten möchte ich folgende 2 Sachen zu bedenken geben:

Erstens ist ICQ Inc. keine deutsche Firma und hat meines Wissens auch keinen Sitz noch Server in Deutschland. Als amerikanische Firma auf amerikanischem Boden gilt für die Firma also auch amerikanisches Recht und nicht das Recht des Landes, aus dem der Kunde kommt, der die Dienstleistung beansprucht. Folglich kommt man also mit dem deutschen Recht nicht weiter - man müsste in diesem Fall die amerikanischen Gesetzestexte wälzen und ich wette, dass es dort nicht ganz so rosig für den Verbraucher aussieht, wie in den deutschen Pendants, was die Privatsphäre des Einzelnen angeht.

Zweitens sagt ihr ICQ Inc. ja: Ja! Klar! Macht! Kein Problem, ich bin damit einverstanden. Wo ihr das macht? Nun, hier kommt die Sache mit dem kleinen Häkchen ins Spiel, vielleicht erinnert ihr euch noch daran. Irgendwo am Ende der Installation öffnete sich ein Fenster, mit unendlich viel Text auf Englisch, wo man sein Haken setzten sollte, um zu sagen, dass man alles gelesen hat, und wo jeder seinen Haken hinmacht und es dann doch nicht liest, weil wer liest schon gerne solche Rechtstexte? Was soll da außerdem schon wichtiges drinstehen - ich mein es ist ja nur ein Messenger - außerdem nutzen es alle Freunde, und die haben dem auch zugestimmt, also kann da ja auch nichts schlimmes drinstehen, oder? - Genau dieses Häkchen sagt: Ja, ich stimme euch in allen Punkten zu und tue alles, was darin steht und ihr dürft auch alles, was da drin steht - andernfalls darf ich euren Service nicht nutzen. Da man denen also Vertraglich bestätigt, dass man damit einverstanden ist, kann man dagegen dann auch nicht klagen! Das wäre genau so, wie wenn man bei Big Brother [5] in den Container geht mit der Voraussetzung, dass sie einen 24 Stunden Filmen, diese Bilder im Fernsehen ausstrahlen und diese auf Zeitschriften, etc. drucken um damit Geld zu verdienen, und wo man dann versucht, sie hinterher genau deswegen zu verklagen.

Rechtlich gesehen, ist ICQ Inc. also abgesichert. Nun wird ein Großteil aber sicherlich sagen: Ja und? Ich betreib' da eh nur Smalltalk mit, also was soll denn ICQ schon davon haben? Sollen sie doch aufzeichnen, wenn es ihnen Spaß macht. Ich denke hier sollte man sich erstmal fragen: Was könnte ICQ Inc. von diesem Recht haben? Was könnten die mit diesem Recht anfangen?
Mögliche Szenarien

Da ICQ Inc. ein Unternehmen ist und diese normalerweise auf Gewinn aus sind, denke ich dass sie nicht auf diesen Logs sitzen bleiben werden. Am interessantesten wäre es sicherlich für, aus diesen Logs Geld zu schlagen, diese also zu verkaufen. Dabei werden sie sicherlich nicht ein Buch auf den Markt bringen, das die 100 besten Gedichte der ICQ User, oder die 50 peinlichsten Logs, oder ähnliches beinhaltet [obwohl dies sicherlich auch eine nette Art wäre, Werbung zu machen und mit dieser auch noch Geld zu verdienen]. Viel interessanter wäre es sicherlich, die Logs an dritte zu verkaufen. Nur wem würden solche Logs interessieren? Hier mal ein paar Szenarios die ich mir ausgemalt habe:

1.

Eine der mit häufigsten Fragen, die auf Boards gestellt werden, welche sich intensiver mit Computertechniken, Netzwerksicherheit und Hackern befassen [wie z.B. das Buha Board [6]], ist die, ob man nicht den $Messenger irgendwie abhören könnte. Häufig handelt es sich bei dem Fragesteller dann um eine von Eifersucht geplagte Person, die seine/n Freundin/Freund abhören will. Auf den Boards werden diese Leute dann in der Regel zurückgewiesen, oder es wird ihnen zu denken gegeben, ob eine solche Beziehung überhaupt noch führenswert ist, wenn man in seinem Partner kein Vertrauen hat. Was nun aber, wenn diese Person sehr reich ist? Und sie zum erreichen ihres Ziels auch nicht scheut einige hundert oder gar tausend Euro zu zahlen? Wie viel ist der ICQ Inc. eine solche Log wert? Da es von einem das Recht dazu bekommen hat, darf ICQ Inc. diese Log, an wen auch immer, nach eigenem Ermessen verkaufen.
Natürlich kann anstelle des eifersüchtigen Freundes auch der Erzfeind aus der Schule stehen, der einen aus unerfindlichen Gründen nicht leiden kann, oder der Mitarbeiter, der neben einen immer ganz schlecht beim Chef dasteht, der Nachbar, der auch lieber eine Mercedes S-Klasse statt seinem VW-Golf [Baujahr 1980] hätte, etc.
2.

Spam ist zwar für Werbefirmen eine tolle Sache, allerdings leider auch nicht so effizient, wie es die Firmen dahinter gerne hätten. Kleines Beispiel: Von 100 Zufällig gesammelten eMailadressen gehören vielleicht nur 50 Männern, davon wiederum nur 10 in der Altersklasse, die man erreichen möchte. Von diesen 10 hat jetzt vielleicht einer Potenzprobleme, könnte also bei einer Spammail mit Viagraangeboten interessiert gucken. Und von den Leuten, mit Potenzproblemen klickt dann vielleicht nur jeder 10 dann auch auf den Link in der Mail. Was also die Werbefirmen wirklich interessiert, sind eMailadressen, denen sie bestimmte Produkte zuordnen können um somit effizienter Werben zu können. Nur 10 Porsche-Fans Werbung über Porsche-Angebote zu schicken, kann lukrativer und effizienter sein, als sie 100 Leuten zu schicken unter denen vielleicht kein einziger bei ist. ICQ-Logs können solche Informationen von einem Preisgeben und Werbefirmen werden sicherlich ein Interesse an Adressen zeigen, von denen sie wissen, dass die Person dahinter in 100 Worten 20 mal ein bestimmtes Produkt erwähnt. Das Filtern solcher Logs und das zählen der Ergebnisse stellt dabei aus programmiertechnischer Sicht keinerlei Hindernis da und läuft vollständig automatisiert ab.
3.

Die Musikindustrie hat ein Problem. Nachdem sich gezeigt hatte, das sich Musik klasse vermarkten lässt, haben intelligente und habgierige Leute riesige Plattenfirmen Gegründet, mit denen sie massig Gewinne einfuhren. Nur wer habgierig ist, will immer mehr und daher schmeißt die Musikindustrie mittlerweile nur noch so mit Platten um sich und Musiker und Bands sprießen aus dem Boden wie Gras auf Parkanlagen. Nur hat sie dabei nicht einkalkuliert, dass sich die Kunden dagegen sträuben könnten, immer mehr Geld für immer schlechter werdende Musik auszugeben. Statt dessen werden die wenigen guten Musikstücke im Internet getauscht. Das gefällt der Musikindustrie allerdings kein bischen, daher hat sie sich eine neue Einnahmequelle gesucht - das verkriminalisieren und jagen von Leuten, die mp3s besitzen oder weitergeben, da verdienen die pro Person gleich mehrere tausend Euro auf einen Schlag. Jetzt überlegt euch mal alle, oder noch besser, schnappt euch eure Logs [wenn ihr sie aufzeichnen lasst] und sucht mal nach .mp3. Na, wie viele findet ihr? Andere Wörter die der Musikindustrie bestimmt von interesse sein könnten, wären emule, kazaa, edonkey. Wie sieht es bei den Begriffen aus? Wollen wir weiter machen mit Namen von Musik-Rippern? Was glaubt ihr, wie viel solche Informationen der Musikindustrie wert sind?
4.

Firmen könnten reges Interesse an euren Produkten zeigen. Softwarepatente sind gerade ziemlich in. Jede größere Firma hat sie und will sie - auch wenn sie das Programm/die Codesequenz/den Algorithmus nicht brauchen oder vertreiben wollen. Wieso auch, wenn man Geld dafür bekommt, dass andere diese Nutzen? Vielleicht Bricht auch jemand gerade ein Patent? [Wusstet ihr das der Statusbalken Microsoft gehört?]. Also scannen wir die Logs nochmal, diesmal nach typischen Merkmalen für Programmiersprachen.
5.

Ein großes Interesse haben sicherlich auch Regierungen, gerade die US-Amerikanische - kennt man ja von den Telefonabhörapparaten. Also durchlaufen unsere Logs nochmal einen Filter, nach Worten wie Schnee, Atombombe, Anschlag, etc. und bei positiven Ergebnissen setzten sich die Spezialisten zur Analyse an die Gespräche und amüsieren sich darüber, wie Emilie mit ihrer Freundin über ihr erstes Mal redet, an dem Wintertag wo soviel Schnee lag, während im Fernsehen Der Anschlag lief.
6.

Ein lustiger Gedanke, der mir noch gekommen ist: Ich hab hin und wieder mal einige lustige, oder interessante Logs anderen Leuten gezeigt, teilweise sogar [für einen bestimmten Personenkreis] öffentlich und zugänglich gemacht. Da ich jetzt bei allen weiteren Gesprächen das Copyright an diesen verliere, könnte ich dafür ab jetzt sogar wegen Copyrightsverletzung von ICQ Inc. verklagt werden.

Ich könnte hier jetzt noch etliche Beispiele nennen, man muss seiner Fantasie nur freien Lauf lassen. Natürlich muss ich hier noch dazu sagen, dass von Seiten ICQ Inc. keine Äußerungen oder Ideen genannt wurden, die in diese Richtungen gehen. Das ganze hier basiert auf meinen kleinen Spekulationen. Ich will jetzt hiermit auch der ICQ Inc. nicht Vorwerfen, das sie das nun in nächster Zeit im Großen Stile machen wird, bzw. prognostizieren, dass das hier überhaupt jemals Realität wird. Allerdings ist auch keine dieser Schritte unmöglich - wir geben ICQ Inc. das recht dazu, ansonsten dürften wir ICQ nicht nutzen. Und allein das ist in meinen Augen schon zuviel. Allein der Gedanke, dass sich ein ICQ-Mitarbeiter an den Gesprächen zwischen mir und meiner Freundin aufgeilen könnte, ist mir zuwider. Allein ihnen dieses Recht auszuhändigen ist schon gefährlich

Wer bis hierhin gelesen hat, und immer noch der Meinung ist, dass all das doch völlig egal sei und es nichts interessantes in seiner Log gibt, brauch eigentlich auch nicht mehr weiter lesen. Für alle anderen möchte ich jetzt erläutern, welche Möglichkeiten man hat, dieses zu umgehen.
Alternativen

Auf der Seite die mich auf den neuen Absatz in den Terms of Service von ICQ Inc. aufmerksam gemacht hat, wird nun folgendes gesagt, was in meinen Augen sehr in die Irre führend ist:

Eine gute (freie) Alternative zu ICQ stellt Jabber dar. Falls man auf einzelne ICQ-Kontakte nicht verzichten kann oder will, bieten Jabber-Server sogenannte transports, über die man ICQ-Kontakte (AIM, MSN, ...) wie Jabber-Kontakte behandeln kann. Eine andere Möglichkeit ist es, einen Mehrnetz-Client wie zum Beispiel Miranda (Windows), Kopete (Linux) oder Gaim (Linux, Windows) zu benutzen.
Die meisten anderen ICQ-Clients sind sowieso besser als der von ICQ Inc. (die können nur keine Spiele, ooooh).

Was der Webseitenersteller hier sagen will, ist das wenn man Mehrnetz-Clients einsetzt, neben ICQ mit seinem Client auch andere Dienste benutzen kann. Nicht aber das, was einige irrtümlicherweise hieraus verstehen könnten:

was ein glück, dass ich seit geraumer Zeit GAIM nutze!

Dieses ist ein Reallife-Beispiel, dass ich auf einem Board aufgeschnappt habe. Leider ist das nicht ganz so einfach. Auch wenn man einen anderen Client als den von ICQ Inc. benutzt, so benutzt man immer noch das ICQ-Protokoll, wählt sich auf die ICQ Server ein und wird von dort aus dann mit den anderen ICQ Usern verbunden. Auch wenn der Client ein anderer ist, so wird dennoch der ganze Kommunikationsverkehr über die Wege der ICQ Inc. geleitet. Folglich wird man es nicht verhindern können, sein Copyright auf alles gesagte an ICQ Inc. zu übergeben, wenn man lediglich den Client wechselt. Um dies Möglich zu machen müsste man also den gesamten Kommunikationsweg umleiten. Man müsste sich einen eigenen Server aufstellen, und den abgekapselt zum Restlichen ICQ Netzwerk betreiben. Dann könnte man ICQ nutzen, ohne den Bestimmungen von ICQ Inc. zustimmen zu müssen [da man ja nicht den Service der ICQ Inc. nutzt]. Allerdings hat man dann das Problem, dass man keinen Kontakt zu den anderen ICQ-Usern hat. Jeder der in den Kontakt mit Dir will, muss sich auf den gleichen Server einloggen und hat dann ebenfalls keinen Kontakt zu der restlichen ICQ-Welt. Eine Verbindung vom eigenen Server zu den ICQ-Servern würde ja wieder bedeuten, dass man einen ICQ Inc. Dienst in Anspruch nimmt. Folglich alles nicht so rosig - also lieber doch auf einen anderen Client wechseln.

Nun hoffe ich doch sehr, dass bekannt ist, dass ICQ Inc. vor einiger Zeit aufgekauft wurde und seit dem ein Tochterunternehmen von AOL/Time Warner [7] ist. Folglich gleichen die ICQ Bestimmungen in der Regel auch denen von AOLs [8] Instantmessenger AIM [9]. Man müsste sich jetzt die Terms of Service von AIM nochmal durch wälzen, wozu ich ehrlich gesagt gerade keine Lust zu hab. Aber selbst, wenn es jetzt noch nicht so dadrin stehen sollte, wird es sicherlich kommen. Man wird sehen - aber der Griff zum AIM schützt nicht mit Sicherheit gegen die ICQ Bestimmungen.
Ebenso wenig würde ich andere proprietären Clients verwenden, denn das, was die ICQ Inc. jetzt macht, kann morgen Microsoft [10] machen, und übermorgen Yahoo [11]. Warum sich einer weitern Firma auf Gedeih und Verderb ausliefern, warum irgendwelchen Firmen irgendwelche Rechte einräumen, nur damit man ihren Service nutzen kann, wenn es auch eben so gute freie Software gibt, die Techniken einsetzt, welche zukunftsweisend sind?
Jabber

Die Rede ist von Jabber [12]. Was Jabber im Vergleich zu den anderen Systemen auszeichnet ist erstens, dass es frei [13] ist. Daher Unterliegt es auch keiner Instanz und durch die Nutzung von Jabber muss man nicht erst irgendwelchen Terms of Service zustimmen.
Weiterhin ist Jabber dezentral. Jeder der lustig ist, kann einen Jabberserver aufmachen und diesen ins Jabbernetz hängen. Der Vorteil ist, dass man nicht auf eine Instanz angewiesen ist. Sollte der Server, den man nutzt Ausfallen, wechselt man gleich auf den nächsten. Eine Liste aller öffentlichen Server findet man im Internet [14]. Fallen die ICQ-Server aus, so sitzt man da und muss warten bis die Server wieder oben sind [gleiches gilt für alle anderen proprietären Clients].
Jabber nutzt ein Protokoll in dem die Daten im XML-Format [15] verschickt werden. XML wiederum ist Auszeichnungssprache mit der man Informationen beschreiben kann. Wie dies genu geschieht, soll an dieser Stelle nicht besprochen werden, XML ist sehr Abstrakt und komplex und vordert zum Verständnis eine gewisse Denkweise, die ich hier auf die schnelle nicht erläutern könnte. Allerdings sei gesagt, dass XML zukunftsweisend ist, und sicherlich eine immer größere und entscheidendere Rolle einnehmen wird. Und last, but nocht least, ist Jabber das einzige mir bekannte Protokoll, welches die Daten zwischen den Usern sicher und vertraulich versendet und diese sogar mittels GnuPG [16] verschlüsselt, somit also völlig abhörsicher ist [17].

Weiterhin gibt es für Jabber die so genannten Transports. Mit diesen hat man Zugang zu etlichen anderen Chatnetzwerken, wie AIM, ICQ, MSN Messenger [18], Yahoo! Messenger [19], Gadu-Gadu [20] oder IRC [21]. Allerdings muss auch hier wieder gesagt werden: Sobald man sich über Jabber mit einem ICQ-User verbindet, so nutzt man die von ICQ Inc. angebotene Dienstleistung und erkennt damit auch wieder die Terms of Service an. Also besser ist ganz drauf zu verzichten!

ICQ-Logo, durchgestrichen
© by Wenso
Lieben Dank an Wenso für das Bild
Fazit

Aus all diesen Informationen stützt sich mein Aufruf an euch: Wechselt zu Jabber! und überzeugt alle eure Freunde, Verwandte und Bekannte, die ebenfalls ICQ nutzen. Ich persönlich bin gerade dabei zu wechseln. ICQ läuft bei mir immer noch, allerdings wird es immer weniger, bis ich es irgendwann ganz absetzen werde. Wer nicht wechseln möchte, hat leider Pech gehabt, so Leid es mir tut - aber ich gebe meine Privatsphäre und meine Rechte nicht so einfach aus der Hand. Und wer aus Faulheit und Gewohnheit weiterhin schlechtes nutzt, hat meiner Meinung nach selbst Schuld!
Referenzen [Externe Links]

[1] http://mandrill.fuxx0r.net/icq-muss-weg.html
[2] http://www.icq.com/
[3] http://www.icq.com/legal/
[4] http://www.icq.com/legal/policy.html
[5] http://www.bigbrother.de/
[6] http://www.buha.info/board/
[7] http://www.timewarner.com/corp/
[8] http://www.aol.com/
[9] http://www.aim.com/
[10] http://www.microsoft.com/
[11] http://www.yahoo.com/
[12] http://www.jabber.org/
[13] http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Software
[14] http://www.jabber.org/user/publicservers
[15] http://www.w3.org/XML/
[16] http://www.gnupg.org/
[17] http://kai.iks-jena.de/jabber/index.html
[18] http://messenger.msn.de/
[19] http://messenger.yahoo.com/
[20] http://www.gadu-gadu.pl/
[21] http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Relay_Chat

Alt 18.04.2006, 08:22   #2
H75
 
ICQ-Logo, durchgestrichen - Standard

ICQ-Logo, durchgestrichen



Ein sehr guter Beitrag!

**Lob!

Ist schon heftig, was sich AOL da erlaubt! Wäre ich AOL würde ich alles tun, um das Privatleben alle User zu schützen! Und vor allem würde ich die Nutzungsbestimmungen verständlich (für Laien) formulieren.

Ich habe mich 1999 bei ICQ registriert und habe nun einen Schlussstrich gezogen. Ab und an werde ich mich allerdings dann doch noch mal einloggen, um zu schauen, ob ich noch Nachrichten bekommen habe..

Jabber.org ist in!

ICQ ist out!
__________________

__________________

Alt 20.04.2006, 20:18   #3
irrlicht
 
ICQ-Logo, durchgestrichen - Standard

ICQ-Logo, durchgestrichen



Hallo,
Zitat:
und habe nun einen Schlussstrich gezogen. Ab und an werde ich mich allerdings dann doch noch mal einloggen, um zu schauen, ob ich noch Nachrichten bekommen habe
Das ist ja mal sowas von konsequent....
Hey ihr zwei Softwarepromoter,
erklärt mir doch mal wofür man so einen Chatclient überhaupt benötigt ?
Hab ich jemanden was mitzuteilen ,schicke ich eine E-mail.So eine E-mail hat den unschätzbaren Vorteil das ich sie in aller Ruhe abfassen kann und auf Groß,-und Kleinschreibung sowie Satzzeichen achten kann.
Irrlicht
__________________

Alt 20.04.2006, 20:48   #4
H75
 
ICQ-Logo, durchgestrichen - Standard

ICQ-Logo, durchgestrichen





Ob man den benötigt oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kommuniziere darüber, mit Freunden, Familie und vielen Menschen, die ich darüber kennengelernt habe. ICQ ist nicht das einzige Netzwerkprotkoll, das ich nutze. Messaging geht aufjedenfall schneller als E-mail...
__________________
Greets H75

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